Episode 12 – Ihr habt die Wahl

23 Nov

Bei „Wer wird Millionär?“ als Publikumsjoker voten, obwohl man die Antwort nicht weiß? Beim Volksentscheid abstimmen, obwohl einem das politische Grundverständnis fehlt? Sich eine politische Meinung bilden, ohne Parteiprogramme zu lesen? Ihr habt die Wahl! Warum das eine oder andere vorteilhaft sein könnte, diskutieren Felix, Franz & Rudi in Episode 12 des reden, denken, tun-Podcast. Breiteres Themenspektrum trifft weniger Struktur, „back to the roots“ quasi – samt Ausflügen nach Merica, futuristischen Wahlkampf-Strategien und passenden Anekdoten.

Links:

Bock auf mehr & professionellere Casts? Dann Patreon checken, bei gefallen mindestens einen Dollar spenden, Karma-Punkte sammeln und dazu noch drei exklusive Aufkleber abstauben!

Wir freuen uns natürlich weiterhin, wenn Ihr uns über Facebook, Twitter, Instagram, Soundcloud oder per Mail Feedback gebt, da wir uns immer verbessern möchten. Schließlich soll der Podcast ja auch euch gefallen. (Positive) Bewertungen auf iTunes oder anderen Podcast-Portalen helfen uns sehr!

Kapitelmarken:

00:00 – 00:37: Intro
00:38 – 12:32: Anekdoten – Wer wird Millionär? & Wetten, dass..?
12:33 – 15:41: Volksentscheid, Teil 1
15:42 – 19:30: Protestieren aber nicht wählen?!
19:31 – 26:47: Politisches System DE & USA
26:48 – 33:30: Interwebz-Wahlkampf ftw!
33:31 – 41:24: Fake-Audio leicht gemacht
41:25 – 41:44: Definition „Politikverdrossenheit“
41:45 – 55:27: Politikverdrossenheit
55:28 – 59:26: Volksentscheid, Teil 2
59:27 – 1:08:12: Feedback-Besprechung, Werbung, Outro

2 thoughts on “Episode 12 – Ihr habt die Wahl

  1. Hey Jungs,

    danke erst mal für die Folge. Apfelbewertung gibt es nicht geschlossenen Systeme lehne ich prinzipell ab. Sollte ihr mal ne Folge drüber machen. Open Software usw.

    Erstmal einige Korrekturen inhaltlicher Art:

    Bei der US Presidentschaftswahl bedeutet „Winner take it all“ das es sich um eine einfache Mehrheitswahl handelt. Dieses völlig idiotische System bedeutet in einem Zahlenspiel folgendes:

    Wir nehmen uns mal einen imaginierten Staat der 50 Wahlmänner wert ist und 100.000 Einwohner hat. Es stehen 4 Kandidaten zur Wahl ( so wie es in den meisten Staaten war). Jetzt gehen wir mal davon aus, dass alle Kandidaten gleich beliebt sind und alle bekommen 25% der Stimmen, nur einer bekommt jetzt eine Stimme mehr als die anderen und damit gewinnt er dann den ganzen Staat und die 50 Wahlmänner. Das muss man sich vorstellen ein Kandidat gewinnt alles und das mit nur 25.001 Stimmen von 100.000.

    Referenden gibt es in Deutschland auch aber die Quoren sind extrem hoch und deswegen wurde noch nie eines durchgeführt. Ist halt nicht gewollt.

    Gegruselt habe ich mich bei dem Menschenbild und dem Demokratieverständnis das in der Folge zu hören war.

    Der Brexit ist zu wichtig, deswegen darf es nicht vom Volk, dem Souverän entschieden werden? Jungs ernsthaft? Die Leute sind zu Dumm um sich um ihre Belange zu kümmern?

    Es stimmt zwar, dass direktdemokratische Mittel anfällig für Demagogen sind aber das ist Parlamentarische Demokratie auch und gerade die von euch am Anfag der Folge gescholtene Schweiz ist ein grandioses Beispiel für einen extrem verantwortlichen Umgang mit diesem Mittel.

    Aber ich verstehe schon wie man zu der Meinung kommt das direkte Wahlen problematisch sind wenn einem die Ergebnisse nicht gefallen (Brexit, Moscheeverbot, Trump usw.) aber als jemand dessen Stimme noch niemals gezählt hat (in dem Sinne das die von mir gewählten Parteien noch nicht einmal in Regierungsverantwortung gekommen sind) verstehe ich die Frustration die entsteht wenn man feststellt das die eigene Meinung nicht Mehrheitsfähig ist sehr gut aber dennoch käme ich nie auf die Idee, alle anderen als Dumm zu verunglimpfen sie haben eben nur eine andere Meinung.

    Ihr versteht schon… Mehrheitsdemokratie, Meinungspluralität usw.

    gruß,
    David (mit aufgerollten Zehnnägeln)

    • Oi David!

      Erstmal natürlich vielen Dank für dein Feedback! Davon lebt dieses Projekt ja schließlich, und wir sind immer sehr erfreut, dass wir dich dazu anregen können, an dem „Gespräch“, dass wir in gewisser Weise mit euch allen führen, kräftig mitzuwirken!

      Vorneweg: Wir wollen auf keinen Fall jemandem das Gefühl geben, als würden wir die argumentative Gegenseite zu unserer (auch nicht unumstrittenen) Meinung als schlichtweg „dumm“ betiteln wollen. Falls wir den Eindruck erweckt haben, tut uns das Leid!

      In Bezug auf deine Ergänzungen:
      Mit dem Mehrheitswahlrecht hast du absolut Recht, das Beispiel trifft den Nagel auf den Kopf! Was den Volksentscheid angeht möchten wir aber durchaus etwas differenzieren. Nach dem Grundgesetz der BRD existiert der Volksentscheid selbstverständlich auf Bundesebene. Allerdings nur in „abgespeckter“ Form, wie beispielsweise in Art. 29 Abs. 1 – 9 GG – hier dann lediglich für die Neugliederung des Bundesgebietes. In diesem speziellen Fall kann er dann sowohl vom Volk aus, als auch von der Bundesregierung vorgenommen werden (in dieser Form dann als verpflichtendes Referendum). In weiterer Form existiert eine Art des Volksentscheides auch auf landespolitischer Ebene, hier hängt die Beschaffenheit allerdings stark vom jeweiligen Bundesland ab und die Tragweite dieser Entscheidungen ist zumeist begrenzt.

      Vorsicht auf beiden Seiten

      Es ist wichtig anzumerken – und da sind wir in gewisser Weise ganz bei dir – dass durch die verfassungsrechtliche Gleichstellung von Wahlen und Abstimmungen in Art. 20 Abs. 2 S. 2 GG (und die Höherrangigkeit dieses Artikels durch die Ewigkeitsklausel) anzunehmen ist, dass dem Grundgesetz weit mehr direktdemoktratisches Potenzial innewohnt, als vielen Bundesbürgern (und vor allem Parlamentariern) bewusst ist. Auf einer theoretischen Ebene ist daher vieles an verfassungsrechtlicher Kritik gegen den Volksentscheid (und die damit verwobenen anderen Abstimmungen: Plebiszit, Referendum, Volksinitiative und Volksbegehren) zurückzuweisen.

      Allerdings müssen wir ebenso festhalten, dass diese Möglichkeit der Ausgestaltung des Art. 20 Abs. 2 S. 2 GG in der Realität nie zu großflächigem Einsatz gekommen ist. Tatsächlich wird dieses Thema auf beiden Seiten heftig debattiert und es lassen sich gute Argumente in jedem Lager finden.
      Jetzt kann man den Eindruck gewinnen, die Verfassungsväter (und Mutter [Singular]) wollten ein Ensemble an direktdemokratischen Maßnahmen eindämmen – ob das nun etwas Gutes oder Schlechtes ist, sei jedem selbst überlassen.

      Den Souverän möchten wir auf keinen Fall von etwaigen politischen Entscheidungen ausschließen. Jedoch ist hier zu differenzieren, welche Form der Volksvertretung angenehmer für den Einzelnen erscheint. In unserer Episode wurde deutlich, dass wir Parlamente mit gewählten Vertretern einer direktdemokratischen Entscheidung vorziehen. Dass diese Parlamente – und gerade im Fall des UK trifft dies ebenso zu – als gewählte Vertreter (eigentlich) die Stimme des Souveräns sind, lässt sich wohl nicht bestreiten.

      Wir hoffen, dass wir damit ein Paar Unklarheiten von unserer Seite aus dem Weg räumen konnten, und sind dir dennoch dankbar, dass du uns auf die Schwächen hingewiesen hast 😉

      Liebe Grüße

      Felix, Franz & Rudi

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.